„Mission Handkuss“ – Eine Faninitiative für Ingrid und Gernot

2009 Juni 13

Nach ca. einem Monat Zusammenarbeit ist es nun endlich soweit:

Wir, die IG-Fangemeinde möchten uns mit einem offenen Brief an den MDR und die Saxonia wenden, damit wir wieder etwas mehr von IG zu sehen bekommen.

Hier könnt ihr unseren Brief nachlesen, der heute abgeschickt wurde:

Saxonia Media GmbH

z. Hd. Frau Schneider

Altenburger Straße 7

04275 Leipzig

München, den 10. Juni 2009

„Mission Handkuss“ – Eine Initiative für die „In aller Freundschaft“-Charaktere Ingrid und Gernot

Sehr geehrte Frau Schneider,

vielleicht haben Sie durch das Internet schon von der Aktion „Mission Handkuss“ gehört, mit der wir uns heute, in Form dieses (offenen) Briefes, an die Macher der Serie „In aller Freundschaft“ wenden möchten.

Die Serie „In aller Freundschaft“ ist mit durchschnittlich 5,8 Millionen Zuschauern die beliebteste deutsche Ärzteserie und uns ist bewusst, dass es in Anbetracht dieser Zuschauerzahl sehr schwer ist, es allen recht zu machen. Deshalb möchten wir bei dieser Gelegenheit auch unsere Hochachtung an die Macher der Serie ausdrücken, die es schaffen, mit ihrer schwierigen und anspruchsvollen Arbeit jede Woche Millionen Fans zu begeistern.

Und wenn wir von Fans sprechen, dann meinen wir einen Großteil eben dieser 5,8 Millionen, die nicht nur jeden Dienstagabend ihr Wohnzimmer mit dem Team der Sachsenklinik teilen.

Von diesen Fans gibt es zahlreiche Online-Communities, in denen Zuschauer sich über die Geschehnisse der Serie austauschen und – ganz nach dem Serientitel – auch Freundschaften geschlossen werden. Und wir, die Schreiber dieses Briefes, sind eine davon: Die Besucher/User der „Ingrid & Gernot Fanpage“ und möchten uns an dieser Stelle zunächst einmal vorstellen:

Wie der Titel dieser „Fanpage“ schon erahnen lässt, sind wir Fans der Charaktere Oberschwester Ingrid und Professor Simoni beziehungsweise den Schauspielern Jutta Kammann und Dieter Bellmann. Wir als „Ingrid-Gernot-Fans“ zeichnen uns dadurch aus, dass wir die Serie vor allem wegen dieser beiden verfolgen. Unserer Meinung nach sind es die Charaktere Ingrid und Gernot, die die Würze in dieses TV-Format bringen und gerade diese Figuren interessieren uns enorm. Für uns und sicher auch für viele andere Zuschauer der Serie sind es Jutta Kammann und Dieter Bellmann, die es mit ihrer fantastischer Schauspielkunst schaffen, selbst aus weniger anspruchsvollen Drehbuchsätzen noch das Beste herauszuholen.

Doch wie definiert man einen „Fan“? Laut eines bekannten Internetlexikons ist ein „Fan“ neben einem Fluss in Nordalbanien ein begeisterter Anhänger einer Person, einer Gruppe von Personen oder einer Sache.

Aber wie soll man diese Begeisterung für etwas ausleben, was praktisch gar nicht mehr existiert?

Viele von uns sind mit der Serie „In aller Freundschaft“ 10 Jahre älter geworden und wir, die 5,8 Millionen Zuschauer, verfolgen jeden Dienstag vor dem Fernseher ganz gebannt die Geschehnisse um das Klinikpersonal und deren Weiterentwicklung.

So auch jene um Oberschwester Ingrid und Professor Simoni – einem Paar, bei dem wir Trennungen, Liebeleien, Ängste, Trauer und alle erdenklichen Lebenslagen mitfühlen durften.

Doch in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren sind diese Momente zum Leidwesen aller Fans noch seltener geworden.

Wenn wir uns als „Ingrid-Gernot-Fans“ überlegen, was wir in diesen 10 Jahren alles über diese beiden Figuren erfahren durften, dann ist dies doch schockierend wenig.

Für uns ist eine Weiterentwicklung nicht nur, wenn sich irgendwelche Wohnorte ändern, oder die Klinik, die für beide ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens darstellt, in ein anderes Gebäude umzieht, sondern wenn sich die Figuren menschlich weiterentwickeln.

Aber leider ist dies in der vergangenen Zeit kaum mehr geschehen.

Für uns wurde das Verfolgen der Serie schon von Anfang an zur Zitterpartie, ob beide Schauspieler überhaupt in einer Folge zu sehen sind. Seit Beginn der 12. Staffel ist für uns jedoch klar ersichtlich, dass Jutta Kammann und Dieter Bellmann stärker in den Hintergrund des Seriengeschehens zugunsten anderer Darsteller gedrängt werden. Dies fing mit dem veränderten Vorspann an und endet nun damit, dass es kaum noch Szenen mit den beiden gibt.

Und genau aus diesem Grund haben wir die Aktion „Mission Handkuss“ („Handkuss“, weil ein solcher für uns als Symbolcharakter für Ingrid und Gernot steht) ins Leben gerufen, mit der wir uns heute an Sie wenden.

In diesen ganzen letzten 10 Jahren, in denen „In aller Freundschaft“ produziert wurde, uns immer mehr ans Herz gewachsen ist und viele treue Fans gewonnen hat, waren Jutta Kammann und Dieter Bellmann von Anfang an dabei.

Seit der ersten Folge an dürfen, bzw. durften wir Höhen und Tiefen der beiden Charaktere Ingrid Rischke und Gernot Simoni miterleben.

Von der Oberschwester, die seit Jahren große Gefühle für den „Chef“ hegt, über den Professor, der mit seinem Beruf verheiratet, gar nicht die Schwärmerei der Oberschwester bemerkt, bis zu dem ersten „zufälligen“ gemeinsamen Treffen – einem gemeinsamen Besuch der Oper in Folge 55 „Liebe auf Zehenspitzen“ (Das ist übrigens die Lieblingsfolge der meisten Fans der beiden) – bei dem sie sich dank der Chefsekretärin Barbara Grigoleit, die Schicksal spielte, näher kommen …

Bis Ingrid und Gernot immer mehr in den Hintergrund getreten sind.

Die Hauptrollen bekamen die Gelegenheit – gerade in den Folgen – sich zu verändern (Familie Heilmann, Familie Stein, Kathrin Globisch, Sarah Marquardt und allen voran Schwester Arzu und Dr. Brentano / Engel).

Natürlich ist es wichtig auf jede Figur in die Serie einzugehen, jedem seine eigene Geschichte und Vergangenheit zu geben und entwickeln zu lassen, damit die Serie ihren Lauf nehmen kann. Und selbstverständlich sollten die Hauptfiguren von „In aller Freundschaft“ auch weiterhin die Hauptrollen spielen und die Zuschauer durch das Leben der Sachsenklinik begleiten.

Denn gerade dies macht einen Großteil der Faszination „In aller Freundschaft“ aus, welche auch viel positive Resonanz aus anderen „Fangemeinden“ bewirkt.

Doch wir, die „Ingrid-Gernot-Fangemeinde“, von denen sehr viele „In aller Freundschaft“ bisweilen nur wegen Ingrid und Gernot sehen, sind der Meinung, dass die beiden, besonders Ingrid Rischke, wieder mehr Beachtung finden sollten.

Die Gründe für diesen Rückzug mögen vielfältig sein, doch für uns ist es frustrierend, im Unklaren über seine „Lieblinge“ gelassen zu werden.

Erst der Schock für Ingrid, dass sie an Krebs erkrankt sei, dann der lange Klinikaufenthalt in den USA, der leider wie die zahlreichen Untersuchungen in der Sachsenklinik erfolglos blieb und jetzt die fast schweigende Rückkehr der Oberschwester.

Wir sind schon etwas verwundert, dass Ingrid in den letzten Folgen so wenig zu sehen war, zumal die Krebserkrankung der Oberschwester viele Möglichkeiten und Stoff für eine neue Geschichte geboten hätte. Aber stattdessen arbeitet Ingrid einfach wie besessen weiter. Von ihrer Erkrankung ist nun keine Rede mehr!? Man merkt ihr kaum noch Kummer und Ängste an – kein Wunder! Wir bekommen sie ja kaum mehr zu Gesicht!

Es war enttäuschend, dass es nach Folge 423 „Alles anders“, die einfach super gespielt wurde und in der Jutta Kammann und Dieter Bellmann einmal mehr zeigen durften, was sie können, nichts Vergleichbares mehr gab und man uns, die Fans und Zuschauer, regelrecht in der Luft hängen ließ. Denn von dieser Folge an gab es (in Bezug auf Ingrids Erkrankung) in der einen oder anderen Folge nur noch kurze Bemerkungen, die uns im Grunde genommen fast nur durch Dritte mitgeteilt wurden.

Des Weiteren sind wir uns bewusst, dass Jutta Kammann und Dieter Bellmann sowohl in der Serie als auch im wahren Leben nicht jünger werden. Zwar erwähnte Frau Kammann einst in einem Interview, dass sie solange wie möglich bei „In aller Freundschaft“ mitwirken möchte, aber auch die Oberschwester und der Professor blicken einem immer mehr nahenden Ruhestand entgegen. Und dieser Ruhestand wird vermutlich für uns „Ingrid-Gernot-Fans“ noch weniger Folgen mit Ingrid und Gernot bedeuten, da sie dann nicht mehr zum Klinikpersonal gehören würden und auch die Sachsenklinik aus personeller Sicht immer mehr verjüngt wird.

Aus diesem Grund möchten wir, die Fangemeinde von Jutta Kammann und Dieter Bellmann, uns bei Ihnen für mehr Folgen bzw. Szenen mit den beiden einsetzen.

Wir sind uns im Klaren darüber, dass die bereits geschriebenen Drehbücher nicht mehr geändert werden können. Und natürlich sind wir uns bewusst, dass wir mit diesem Brief vielleicht auch nichts bewirken und niemanden zu etwas zwingen können. Aber für die kommenden Staffeln möchten wir Ihnen gegenüber, den Drehbuchautoren, diesen Wunsch äußern.

Wie Pressestimmen beweisen, beschränkt sich die Popularität von Jutta Kammann und Dieter Bellmann nicht auf die Fernsehzuschauer, die die beiden Schauspieler auch aus vielen anderen Fernsehfilmen und -serien kennen. Etwa zum Jubiläum von „In aller Freundschaft“ haben sich einige berühmte Persönlichkeiten im „MDR Magazin“ als Fans von Jutta Kammann und Dieter Bellmann „geoutet“.

Beispielsweise ist der Fernsehmoderator Dieter Thomas Heck „ganz vernarrt in die Oberschwester“ (Zitat „MDR Magazin“). Und auch Patrick Lindner ist ein begeisterter Fan von Ingrid Rischke. Auch die Schauspielerin Marianne Sägebrecht drückte ihre Begeisterung für Dieter Bellmann in einem MDR-Interview über die Jubiläumsfolgen der Serie aus.

Es wäre doch schade, bei einer solch großen und gewichtigen Anzahl von Fans „die Urgesteine der Serie und Sympathieträger“ (Zitat Zeitschrift „Die2“) so sehr in den Hintergrund treten zu lassen, oder?

Desweiteren hatte – wie oben bereits erwähnt – jede Figur ihre eigene „Geschichte“ bzw. „Phase“. Besonders Sarah Marquardt, deren tragische Geschichte mit Benjamin ausführlichst thematisiert wurde. Immer wieder bekamen wir Sarahs verständlichen Kummer zu spüren und ihre damit verbundenen Rachegefühle auf Roland Heilmann.

Nachdem Sarahs Kummer etwas verebbt war, hatten wir „Ingrid-Gernot-Fans“ wieder Hoffnung auf wenigstens eine Folge mit Ingrid und Gernot. Doch abermals wurden wir enttäuscht. Der Konflikt von Schwester Arzu und Dr. Brentano wurde erneut aufgewärmt, David Engel kam ins Spiel und eröffnete somit die weiteren Folgen über Arzu und Engel.

Bitte verstehen Sie uns jetzt nicht falsch – dies soll kein Bruch zwischen den einzelnen „Fangemeinden“ symbolisieren! Dies ist nicht und wird auch nie der Fall sein!

Darüber hinaus möchten wir auch kein Beziehungs- oder Psychodrama zwischen Ingrid und dem Professor sehen! Das ist gewiss nicht unser Ziel!

Was wir vermissen, sind diese kleinen erheiternden Momente zwischen den beiden, die sie als Paar ausmachen und charakterisieren. Die Strenge und gleichzeitig fast mütterliche Fürsorge der Oberschwester Ingrid. Ihre Menschlichkeit und Liebe. Und den Professor als eine der wichtigsten Personen in der Sachsenklinik, dem „seine Ingrid“ immer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Nicht die Oberschwester, die in letzter Zeit immer öfter einfach nur schweigend dastand und zusah oder wenn sie etwas sagte, nur sehr wortkarg war. Die sich nur noch auf die Arbeit konzentrierende Oberschwester, deren Wärme und vor allem Menschlichkeit in letzter Zeit oft zurückblieb. Auch nicht den Professor, der chronisch gestresst, bei Notfällen immer einspringt und mittlerweile zu seiner Sekretärin Barbara Grigoleit mehr Kontakt hat als zu seiner Lebensgefährtin Ingrid Rischke.

Bei den beiden bleiben für uns Fans die Beziehung und die Persönlichkeit, die Gefühle, auch als Einzelpersonen, auf der Strecke.

Es gab so viele von diesen Momenten in den letzten Staffeln. Aber angesichts der jetzigen Lage sind diese Momente so kostbar geworden, dass uns beinahe nichts anderes mehr übrig bleibt, als uns diese auf DVD anzusehen. Leider!

Wir würden uns wünschen, dass wir wieder mehr von den beiden zu sehen bekommen, damit „In aller Freundschaft“ – die beste Serie der Welt – auch weiterhin für uns die beste Serie der Welt bleibt!

Es wäre schön, wenn wir mit diesem Brief etwas erreichen bzw. einen kleinen Denkanstoß für die nächste Autorentagung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Initiatoren im Namen aller IG-Fans

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